Hochschulabgänger müssen sich international behaupten
Nachwuchskräfte in der Schweiz müssen mobil und interkulturell kompetent sein, um Spitzenpositionen zu erlangen. Dies war das Resultat einer Podiumsdiskussion zur Internationalisierung des Schweizer Top-Managements an der ZHAW School of Management and Law.

«Warum unser Top-Management immer internationaler wird – ein Blick auf die Führungsetagen von Schweizer Unternehmen» war das Thema einer Podiumsdiskussion, die unter der Moderation von Martin Spieler (Chefredaktor Handelszeitung) am 27.5.2010 an der ZHAW School of Management and Law in Winterthur stattfand. Die Podiumsteilnehmer, vier Schweizer CEOs und ein Executive Searcher, gingen von einer weiteren Internationalisierung des Top-Managements aus. Vermehrt würden aber neben Europäern und Amerikanern in Zukunft auch Personen aus dem ostasiatischen Raum, China und Indien führende Positionen in Schweizer Unternehmen einnehmen.
Hochschulen sollten auch Softskills fördern
Damit Hochschulabgänger für den Umgang mit den fremden Kulturen gerüstet sind, sollten Hochschulen während des Studiums Auslandsaufenthalte fördern und den Fremdsprachenunterricht intensivieren. Dafür plädieren der Executive-Searcher Guido Schilling (Guido Schilling & Partner AG) und Bruno Chiomento (CEO Ernst & Young Schweiz).Tim Talaat (CEO Looser Holding AG) forderte von den Hochschulen, dass Softskills wie Auftrittskompetenz und Selbstvertrauen stärker gefördert werden.
Schweizer zieht es in die Heimat zurück
Diskutiert wurde auch, ob den Schweizerinnen und Schweizern im Zuge der Internationalisierung des Arbeitsmarktes ein Mentalitätswandel hin zu mehr Mobilitätsbereitschaft gut tun würde. Bereits innerhalb der Landesgrenze fehle es den Schweizern teilweise an geografischer Flexibilität, stellten Riet Cadonau (CEO Ascom Holding AG) und Martin Strobel (CEO Baloise Group) fest. Es sei einfacher, einen Amerikaner oder einen Deutschen nach Bern oder Basel zu holen als einen Zürcher. Schilling zeigte auf, dass Schweizer generell weniger Bereitschaft zeigen, im Ausland zu arbeiten, als andere Nationen. In den letzten Jahren habe aber die Mobilität der Schweizer spürbar zugenommen. Es ziehe sie im Durchschnitt aber früher wieder in die Heimat zurück.
Bildlegende: Auf dem Podium diskutierten (v.l.n.r.) Bruno Chiomento, CEO Ernst & Young Schweiz; Riet Cadonau, CEO Ascom Holding AG; Martin Spieler, Chefredaktor Handelszeitung; Martin Strobel, CEO Baloise Group; Tim Talaat, CEO Looser Holding AG; Guido Schilling, Guido Schilling & Partner AG